Die fehlenden Plattformen für Bands

In wie weit spürt man das Musikbusiness als Instrumentenverkäufer?

Spürt man auf jeden Fall. Je weniger Bands, desto weniger Kunden, ganz einfach. Je weniger Auftrittsmöglichkeiten desto. Das wirkt sich bis in den Tonanlagenverkauf und so weiter hinaus. Die Lokale haben immer mehr Probleme. Durch Überregulierungen, da werden die dB zurückgeschraubt. Dann muss man ein Klo haben durt und dort und das ist alles komplizierter geworden in den letzten 30 Jahren, eindeutig. Und als Wirt und als Musiker zu überleben ist offensichtlich wesentlich schwieriger geworden. Womit das zu tun hat möcht hier nicht kund tun, das weiß eh jeder, der sich das ansieht, glaube ich selber.

Sollten Jungmusiker in Österreich mehr unterstützt werden?

Ja. Viel mehr. Musikschulen. Musikunterricht in den Schulen. Es hat auf der letzten Frankfurter Messe einen Artikel gegeben in einer Zeitschrift, dass der Musikunterricht in den normalen Schulen wieder reduziert wird. Sie haben eine Stunde Musikunterricht in der Woche. Eine Katastrophe. Bei uns die Tendenz deto. Es wird gespart und vor allem genau bei der Kultur. Wir geben Geld für sinnlose Dinge aus und die jungen Leute können sich zum Teil die Eltern nicht leisten, Musikschulen usw. Da würde ich schon sagen, dass unser Staat sich überlegen sollte, wo eigentlich die Jugend hingeleitet werden soll. Das kulturelle Betätigung in einem Land wie Österreich wichtig ist, ist glaube ich unbestritten und da das Budget zu reduzieren ist das Dümmste, was man machen kann, weil es hinten herum wieder in die Wirtschaft auch hinein kommt. Und Österreich präsentiert sich auch gerne als Kulturland nur dann unten den Bottom wegzuschneiden ist ein relativer Schwachsinn.

Interviewpartner: Wolf Handl | Klangfarbe
Produziert von Radicle Media